Introvertiertes Fühlen

Einleitung braucht es nicht. Wer wissen will, worum es hier geht, soll Google über Sozionics und MBTI befragen. Nur eine Warnung voraus:

Alles, was in diesem Blog festgehalten wird, beruht auf persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen und könnte deshalb theoretisch natürlich kompletter Bullshit sein. Ich bin erst 16 und weder Expertin noch besonders intellent. (Und mein Humor wird auch nicht besser werden als siehe letzter Satz. Naja, vielleicht sarkastischer.) Wenn ihr was intelligentes zum Thema sucht, fragt die INTPs des Internets!

 

So, nach dieser Nicht-Einleitung gleich zum Thema: Introvertiertes Fühlen Fi. 

What's that? Well, it is one of 8 Cognitive Functions. One of 8 ways human brains work.

Zumindest in diesem pseudowissenschaftlichen Gedankenmodell, genannt... ja, wie? Keine Ahnung, wie das Modell heißt. Ist eigentlich auch ziemlich egal. Mir jedenfalls.

Fi ist zudem eine der vier beurteilenden Funktionen und eine der zwei Feeling-Funktionen, das heißt, sie arbeitet mit Gefühlen, Idealen, Werten und Emotionen. Im Gegensatz zu extrovertiertem Fühlen Fe ist die Information, mit der Fi arbeitet, weniger konkret, gegenwärtig, nach Außen gerichtet bzw. von Außen kommend und breitflächig, dafür tiefgehender, komplexer, langfristiger gültig, subjektiver und individueller.

 

Verständlicher erklärt: Introvertiertes Fühlen kann man sich vorstellen wie ein inneres emotionales Mienenfeld. Oder besser gesagt, das Bewusstsein seines eigenen inneren emotionalen Mienenfeldes. Die Landkarte davon sozusagen xD

Warum Mienenfeld? Naja, wie jede introvertierte Funktion arbeitet Fi mit durch die individuellen Erfahrungen geprägten Assoziationen. Und da es eine Feeling-Funktion ist, arbeitet es mit emotionalen Assoziationen. Wenn du ein bestimmtes Gefühl mit einer bestimmten Sache verbindest, ist das die Schuld deines Introvertierten Fühlens. 

Was vielleicht für Manche kompliziert klingt, ist eigentlich ganz einfach und alltäglich. Mit Fi entscheiden wir halt, was wir mögen und was nicht. Das können wir zwar auch mit anderen Funktionen -meiner Theorie nach mit den introvertierten Funktionen- aber Fi urteilt nach Gefühlen, das heißt, man wird FÜHLEN, dass man eine bestimmte Sache nicht mag oder schon mag. Menschen mit stark ausgeprägten Fi werden sehr schnell auf Basis eines Gefühls beurteilen können, ob sie jemanden mögen oder nicht. Das geschieht allerdings nicht bei allen gleich bewusst bzw. unterbewusst.

Fi sagt dir, welche Sachen deinen emotionalen Zustand wie beeinflussen werden. Wo die positiven und wo die negativen Mienen liegen. Gut ausgeprägtes Fi kann dir über die Mienen außerdem noch jede Menge zusätzliche Information geben: Ist es eher aggressive Wut? Klare Wut? Kalte Wut? Tiefe, schmerzhafte Wut?

Durch die vorhandene Information darüber, wie bestimmte Dinge den eigenen emotionalen Zustand bzw. die emotionale Beziehung zu einer Sache beeinflussen, kann ein Fi-Benutzer andere Menschen emotional manipulieren (darin sind besonders ENFPs und ESFPs gut, die Fi als zweite Funktion gebrauchen), indem er dieses Wissen auf eine andere Person überträgt. Er kann einen Satz sagen, der dazu führt, dass sein Gegenüber indirekt emotional beeinflusst wird und ist sich häufig genau darüber bewusst, welche Emotionen das Gegenüber nach dem Hören des Satzes innerlich entwickeln wird. Er versteht den "inneren Fluss von Gefühlen" und kann ihn bis zu einem gewissen Grad durch Taten und Worte lenken.

Manipulation mit Fe hingegen ist meist direkt, das heißt, die Emotionen des Gegenübers werden beeinflusst mittels direkt vermittelter Gefühle, also z.B. durch Stimme, Gesichtsausdruck, Gestik, Wortwahl... Fe-Benutzer, besonders INFJs und ISFJs (insbesondere aber INFJs wie Adolf H.) können sozusagen emotionale Pfeile auf Menschen schießen und die emotionale Atmosphäre beeinflussen. Sie arbeiten nicht mit dem inneren Fluss von Gefühlen oder dem persönlichen emotionalem Mienenfeld eines Individuums, sondern mit nach Außen gerichteter emotionaler Energie (s. Adolf H. - und nein, ich bin kein Nazi. Nicht mal annähernd, glaubt mir.)

 

Fi achtet darauf, ob etwas mit deinem individuellen Werte-System vereinbar ist und auf die Beziehungen zwischen zwei Menschen oder einem Mensch und einer Sache. Fi-Benutzer (=INFPs, ISFPs, ENFPs, ESFPs) sind sich meist bewusst, was die Beziehung zwischen zwei Menschen wie beeinflusst. Oft kennen sie die emotionalen Mienenfelder ihrer Bekannten und wissen deshalb, was die Person dazu bringen wird, etwas oder jemanden zu mögen. ENFPs und ESFPs sind normalerweise extrem begabt darin, eine Beziehung zu jemandem aufzubauen und haben deshalb häufig ein weites Netz an Freunden und Beziehungen. Sie mögen es oft nicht, Sachen zu tun odr zu sagen, die die Beziehung verschlechtern könnten.

Da Fi sich hauptsächlich mit den eigenen Gefühlen beschäftigt, finden Fi-Benutzer fast immer einen Weg, alles auf sich selbst zu beziehen und so jede Handlung und jedes Gefühl nachzuvollziehen. Das macht sie zum einen manchmal sehr selbstbezogen, zum anderen oft sehr verständnisvoll. "How can I relate to this? How would I feel?" sind die ersten Fragen, die Fi stellt - und besonders ENFPs und INFPs finden fast immer eine Antwort (ESFPs und ISFPs kenne ich nicht viele, von demher vergebt mir mein fehlendes Wissen über diese beiden Persönlichkeitstypen). Emotionale Analogien wie "[Sache] für dich ist wie [andere, imaginäre Sache] für mich wäre, oder?" wird man von xNFPs oft hören. Sie können alles in ihr emotionales Mienenfeld einordnen, auch Dinge, die anderen Menschen oder gar nicht passiert sind.

Darum gilt Fi auch -wie jede introvertierte Funktion- als subjektiv: Auf das Subjekt, auf mich selbst bezogen. Auf mein System an Likes und Dislikes bezogen. In mein Mienenfeld eingeordnet, mit einer Emotion versehen und einer emotionalen Wertung beschriftet. 

 

Beziehungen, nach den wahren eigenen Emotionen zu handeln, Authentizität, Individualität, die eigenen Gefühle, Ideale und Werte sind Fi-Benutzern (also xxFPs) meist sehr wichtig. Wer auf eine der größeren oder zu fest auf einige kleinere negative Mienen tritt, kann besonders von IxFPs schnell mit einem negativen Gefühl verbunden werden, was dazu führt, dass die Person von nun an eher gemieden wird (bis der Schmerz überwunden ist), um die eigenen Emotionen zu schützen.

Was ein IxFP mit einem schlechten Gefühl assoziiert, wird generell häufig gemieden, was diese Typen im Leben zurückhalten kann, wenn sie nicht lernen, sich weniger von ihren Emotionen leiten zu lassen. Dazu müssen sie allerdings erst einmal bemerken, wie sehr ihre Emotionen sie beeinflussen, da dies bei ihnen häufig unterbewusst und automatisch geschieht. Außerdem müssen IxFPs (oder zumindest INFPs) lernen, weniger sensibel und leicht verletzbar, weniger träumerisch (IxFPs tagräumen oft über Sachen, die sie wollen/sich wünschen/die sie toll fänden), weniger auf sich selbst bezogen und weniger unrealistisch idealistisch zu sein. Zudem sind sie oft so individuell und individualistisch, dass sie Probleme haben werden, sich in die Gesellschaft einzugliedern und normal zu sein. Was sie nicht unbedingt ändern wollen - "be your true self" ist häufig ganz automatisch ihr Motto.

 

In der Kommunikation ist Fi sehr individuell. Eigene, aber einfache und verständliche Worte werden verwendet, um Sachen zu beschreiben. Zum Beispiel kann die bei Oma verbrachte Zeit als "omig" beschrieben werden. Auch "It sucks" klingt wie ein typischer Fi-Neologismus. "Es saugt" als Ausdruck dafür, dass etwas nicht besonders toll ist: Auch wenn er damals noch nicht allgemein bekannt war, konnte man auch zur Zeit der Entstehung des Ausdrucks irgendwie nachvollziehen, was gemeint ist. Da ein Geräusch in dem Ausdruck eine Rolle spielt, kann man davon ausgehen, dass der Begriff höchstwahrscheinlich von einem xSFP stammt.

Als INFP kreiere ich selbst täglich neue Wörter wie "benullpunkten" oder "cola-mäßig" oder die "Stirb-schneller-Szene" im Faust oder "Ego-Erwürgung" (letzteres diente zur Benennung einer bis dahin namenlosen Dehnübung). Was keine große Leistung ist, aber ich verwende diese Begriffe halt auch zur alltäglichen Kommunikation - trotz der komischen Blicke und der Tatsache, dass alle ständig denken, das wäre mein Humor. Ist es übrigens nicht. Ich versuche nur zu beschreiben was ich meine, weil mir der von der Gesellschaft verwendete Begriff, den ein Te- oder Fe-Benutzer gebrauchen würde, a) zu langweilig oder b) nicht bekannt ist.

Gefühle selbst auszudrücken liegt häufig nicht in der Komfort-Zone von Fi-Benutzern. Wobei dies ExFPs deutlich leichter fällt als IxFPs und IxTJs (die Fi als dritte Funktion haben. Wenn Gefühle zum Ausdruck gebracht werden, dann sind es bei diesen 4 Typen öfter negative als positive. Als introvertierte Funktion findet Fi-Gebrauch im Inneren der Person statt und kann deshalb nicht leicht mit Anderen geteilt und von ihnen nachvollzogen werden. IxFPs bringen häufig Gefühle künstlerisch zum Ausdruck. Auch hier wird das Gefühl in vielen Fällen indirekt vermittelt, es liegt also zwischen den Zeilen des Gedicht, statt durch Ausrufezeichen oder Ähnliches direkt ausgedrückt zu werden. Wie in vielen Kurzgeschichten stehen augezählte Fakten im Vordergrund des sichtbaren Teils der Kunst. Beim Hineininterpretieren von Gefühlen lassen Fi-Benutzer dem Betrachter/ Leser/ Hörer meist Freiheit. Sie wollen ihm nicht vorschreiben, was er zu fühlen hat. Das muss allerdings weder immer der Fall sein noch wirklich ein sicheres Anzeichen für Fi-Kunst sein.

 

Soo, und hier höre ich so Medias-Out-Res auf, wie ich einleitungslos angefangen habe. Vielleicht komme ich ja nochmal zurück, um diesen INFP-typischen Gedankensalat zu strukturieren, überarbeiten und ergänzen. Bis dahin viel Spaß mit euerer neuen Verwirrungs-Infektion, die sich jetzt in eurem Kopf ausbreiten wird.

23.12.15 16:12

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